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Partnerschaft 

Wie geht das ? - 14

  

Dich - Mich - Karussell 

 

Dich-Mich-Blume

Nun finde ich deine Darstellung recht schön - und irgendwie auch einleuchtend. - Aber andererseits ist es mir auch wieder zu einfach. Wenn alles so leicht ginge!? - Ich brauche noch mehr Einzelheiten über den Inhalt und das Wie und Warum der einzelnen Schritte. - Geht das?

Aber sicher, gerne! Zusammen und im Gespräch ist es sowieso leichter und interessanter, Fäden, die zusammengehören, herauszufinden und zusammenzuknüpfen.

Als erstes gleich "Respekt"! - Der scheint sehr wichtig zu sein?

Ja! - Begegnung braucht Respekt als Voraussetzung, als tragenden Boden. Die Bereitschaft also, zu fragen, zu sehen, zu hören, zu fühlen "wer bist du? - wie lebst du? - wie machst du es? - wie und was erlebst und fühlst du? - usw." - und damit zu verstehen. Und dabei die eigenen Erfahrungen, Wertmaßstäbe, Meinungen, Werturteile usw., - die eigenen Maßstäbe des Denkens und Beurteilens also - vorübergehend zu vergessen - und zwar so lange, wie ich mit meiner Aufmerksamkeit bei dir bin, um "dich" zu verstehen (sonst gleitet das Gespräch ab in ein Argumentieren und Recht haben wollen).

Begegnung ist nur möglich, wenn Respekt da ist!
Und der kann nur da sein, wenn ich auch mir selbst gegenüber, vor meiner eigenen Meinung, meinen eigenen Wegen, meinen eigenen Erfahrungen usw. usw. Respekt habe.

Dann stehe ich innerlich ruhig und sicher auf "meinem Boden" (durchaus offen und lernbereit) und kann dich so lassen - und muss auch nicht beweisen, wo du jetzt verkehrt bist - oder wo ich es jetzt besser weiß.
Für mich gilt "meine Sicht" - und für dich gilt "deine Sicht". Und Respekt  heißt, das so erkennen und so annehmen!
Dann ist Begegnung Freude - aneinander und miteinander !

Na ja? - Schön wär's, wenn's so leicht wäre! - Was du sagst, sehe ich schon auch so - . Aber es zu leben - ? Für mich ist Begegnung häufig "keine Freude"!

Für mich doch auch nicht! - Ist doch klar!
Ich bemühe mich halt, immer aufmerksamer zu werden und meine Gefühle, meine Aktionen, meine Re-aktionen, meine Rollen und Taschenspielertricks usw. mir bewusst zu machen. 
Besonders herzig finde ich mich, wenn ich mich in einer meiner Spezialrollen erwische: 

als "Überblicker"

wenn ich wieder mal den totalen Überblick habe und den anderen raten kann, was sie tun sollen (weil "ich" weiß jetzt, was für "sie" gut ist) - sehr "herzig" - oder

als "Durchblicker" 
und "Rechthaber" 

wenn ich bewerte, was gut oder schlecht, richtig oder falsch, schön oder hässlich, angemessen oder nicht angemessen ist usw. für mich - und natürlich auch für alle anderen (weil "ich" hab' ja den totalen Durchblick) - auch sehr "herzig" - oder

als "Besserwisser"

wenn ich es doch wirklich besser weiß und den anderen kritisieren muss - weil der doch endlich das auch begreifen soll, was ich begriffen habe (sonst bleibt er am Schluss so dumm, wie er jetzt ist) - besonders "herzig" - oder

als - ach so guter "Helfer"

weil - ich bin ja soo fürsorglich - und ohne meine Hilfe schaffen es die anderen doch nicht (und es geschieht ja auch alles soo selbstlos) - ein "wirklich liebevolles Herzilein", sozial direkt vorbildlich.

Und da gibt es auch noch etliche andere "Supers" und natürlich auch "Mischungen - extra fein". - Zum  K o t z e n!
Bis ich mir dann selbst auf die Schliche komme - das dauert manchmal und ist unangenehm und natürlich auch unbequem. - 

Und wie machst du das?

Indem ich Situationen, in denen ich mich unklar gefühlt habe oder auch Gespräche, die mich angestrengt haben oder zu Spannungen oder gar Streit geführt haben, nachträglich anschaue. Ich nehme also solche Situationen, wo ich spüre, dass sie nicht ganz rund und in Ordnung waren, und lasse sie vor meinem inneren Auge nochmals ablaufen, wie einen Film. Vielleicht auch mehrmals. 
Und dann versuche ich herauszufinden, was "mein" Bedürfnis, "mein" Anliegen in dieser Situation war.
Ich habe entdeckt, dass, wenn ich "mit mir" klar bin und "zu mir" stehe und auch "für meine" Bedürfnisse sorge, dann entstehen viel weniger Situationen, die Druck oder Ärger oder Streit oder Erschöpfungszustände und - und - machen. Dann weiß ich, was ich will. Dann kann ich mich auch abgrenzen, ohne den anderen zu verletzen oder im Stich zu lassen. 
Natürlich können die Ergebnisse auch unbequem sein, das ist klar. Sie belasten dann aber viel weniger, weil ich weiß, was ich will, also innerlich klar bin.
Beispiel:
Ich bin in einem Gespräch und spüre zunehmend unangenehme Gefühle, Druck und Ärger usw., also einen Mischmasch an Gefühlen, ohne mit mir sofort klar zu kommen, was nun eigentlich angesagt ist. - Wenn ich es schaffe, kann ich da zu meinem Gegenüber sagen (statt ihn anzugreifen oder zu beschuldigen): "Du, ich kann mich im Moment nicht mehr richtig konzentrieren, weil eine Menge unklarer Gefühle in mir rumoren. Ich brauche bitte etwas Zeit (Pause, Abstand), um zu sortieren und mit mir klar zu kommen. Ich würde deshalb gerne an dieser Stelle aus dem Gespräch aussteigen. Ich denke, dass ich dir schon morgen, vielleicht sogar noch eher, sagen kann, ob, wann und wie ich 'aus meiner Sicht' in der Lage bin, das Gespräch fortzusetzen."

Ganz schön hart!? - Da würde ich schon schlucken, wenn ich dein Gesprächspartner wäre! - 

Es ist klar,

also eindeutig! - Ich weiß, was ich will und brauche.

Es zeigt

meine Situation und

es zeigt

meine Bedürftigkeit in diesem Moment

Wenn ich in solchen Situationen mit mir "nicht klar" bin, führt das schnell zu Spannungen. Ich fühle mich dann eher unwohl und unfrei und reagiere eher unkonzentriert und gereizt. Das ist dann ein prima Boden für Streit und Auseinandersetzungen. - Allzu leicht passiert es dann, dass ich den anderen - offen oder versteckt - dafür angreife und verantwortlich mache, dass "ich mich" so verworren fühle, wie ich mich eben fühle. - Das ist ganz schön scharf!

Ja, ja - ich verstehe das schon. - Es fällt mir schwer, das zuzugeben, aber, wenn ich ehrlich bin, ich kenne das auch!
Wenn ich mir das so überlege: "Weil ICH nicht weiß, was ICH will, weil ICH mit mir selbst nicht klar bin, weil ICH meine momentanen Bedürfnisse nicht benennen und nicht dafür sorgen kann, darum reagiere ICH MEINE unguten Gefühle in Spannungen, Streit, Auseinandersetzungen, Erschöpfungszuständen usw. ab. Auch in Schmerzen und Krankheiten. - Komplett idiotisch!"

Aber menschlich!

Und wie geht es, da etwas zum Besseren zu verändern?

Wichtig ist es, zu wissen: "Was will ich - wo will ich hin?"
Und dann kann ich immer mehr die Aufmerksamkeit entwickeln, solche Situationen zu erkennen und sie dadurch zu verändern, dass ich mich verändere (klarer werde).
Meist ist es nicht der andere! - Meist ist es meine eigene Unfähigkeit, ihn so zu lassen und so anzunehmen, wie er ist.

Aber oft sind die anderen schon ausgesprochen widerlich und unmöglich! Da muss ich mich dann schon - und zwar zu recht - ärgern und aufregen!

Erzähl' ein Beispiel.

Zum Beispiel mein Chef, wenn er immer so überheblich tut, als wenn er alles wüsste und könnte. - - -

Ja und?

Immer, wenn ich ihn nur sehe, ärgere ich mich schon.

Worüber?

Na ja, dass er eben so ist - er könnte ja auch freundlicher sein.

Hast du gemerkt, was du eben gesagt hast? "Du ärgerst dich darüber, dass er so ist, wie er ist." 

Ja und?

Wo bleiben "Respekt" und "Ich lasse dich, wie du bist!" ?

Aha - ja, ja! - Das stimmt!
Und was kann ich jetzt machen? - Den Ärger spüre ich, der ist da, den kann ich nicht wegzaubern mit: "Mein Chef ist ein Engel - husch, husch - und weg ist der Ärger!" Das ist doch Quatsch mit Himbeersauce!

Da bin ich ganz deiner Meinung! Was steckt denn hinter deinem Ärger - hast du das schon mal geklärt ?

Dass er eben so ein mieses Verhalten hat!

Du gehst aber schon freiwillig in diese Arbeit und in dieses Büro - oder ?

Was heißt hier freiwillig? - Die Arbeit gefällt mir - die Bezahlung gefällt mir - der Arbeitsplatz gefällt mir - die Kollegen gefallen mir - 

Nur der blöde Chef nicht !?

Nein "der" wirklich nicht!

Hast du dich eigentlich jemals klar und eindeutig für deinen Arbeitsplatz "entschieden" - so wie er jetzt ist ? 

Ja - ich mache doch die Arbeit! - Zu was brauche ich da noch eine besondere Entscheidung? - Das klingt mir schon ein bisschen hochgestochen.?

Pass auf: Du kannst dich jetzt entscheiden zwischen

  • deinem jetzigen Arbeitsplatz mit den Bestandteilen (Bewertungen):
    Arbeitsinhalt  ( + ),
    Bezahlung     ( + ),
    Arbeitsplatz   ( + ),
    Kollegen        ( + )  und
    Chef              (
      - )
     
  • und einem anderen Arbeitsplatz mit anderen
    Bestandteilen und Bewertungen.

Du entscheidest! 

Keine Frage, ich entscheide mich natürlich für meinen jetzigen Arbeitsplatz!

Und da ist es eben "Realität", dass "dieser" Chef, so, wie er eben ist, dazu gehört!

Aha !

"Entscheidung " heißt immer:
  Ich will - die guten und die miesen Seiten!
  Ich will -  die Vorteile und ich schlucke auch die Kröten, 
    die dazu gehören!
"
Entscheidung" heißt: 
  Ich nehme das Helle und auch das dazugehörige Dunkle!

Aha! - Ich will "diese" Arbeit - und damit auch "diesen" Chef, wie er ist. - Aha! - Eigentlich stimmt's ja wirklich! Den nehme ich in Kauf. 

Und worüber ärgerst du dich dann ?

Jetzt ärgere ich mich ja schon nicht mehr! 

Und warum nicht ?

Lustig! - Weil ich weiß, was ich will! - Weil ich jetzt innerlich klar bin! 

Die tatsächliche Ursache deines Ärgers war also nicht dein Chef, sondern du warst es selbst (deine eigene innere Unklarheit).

Ja klar - ich habe keine klare Entscheidung getroffen. - Das war mir aber nicht bewusst. 

Fein! - Du wolltest das Geldstück mit der Zahl - und das gleiche Geldstück mit dem Adler, das hast du zurückgewiesen. - Und über so eine eigenwillige Träumerei - die in der Realität einfach nicht geht - soll man sich dann nicht ärgern!

Spotte nur! - Ich habe schon dazu gelernt:
"Ich sorge für meine innere und äußere Klarheit - und treffe die notwendigen Entscheidungen, wenn sie anstehen!
Dann stehe ich dazu - und sorge auch bestmöglich für mich!
Und dann freue ich mich auch über Kröten, die eben dazu gehören. Ich habe mich ja auch 'dafür' entschieden!" - Übrigens finde ich, dass Kröten ganz liebe und nützliche Tierchen sind!
Ha! - Was sagst du nun?

RESPEKT !!   

Herzblume

 

vorgestellt: 10.05.12   (09/07/06)     Respekt, mir und dir gegenüber, so lassen, so annehmen, das Schöne anerkennen, bitten, werben, locken, verführen usw. usw.  Respekt - als Voraussetzung und als tragender Boden!  - Alles blüht auf - ich, du, die Lebensfreude - und die Liebe!

 siehe auch:    MOSAIK / Entscheiden      MOSAIK / Respekt 

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