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Partnerschaft 

Wie geht das ? - 03

  

Wu san


  

Wu san - eine Zelle

Wu-san ist eine Zelle.

  Eine Zelle in einem lebendigen Körper - in 
    einem lebendigen Ganzen. - Wu-san ist rundlich
     und doch eigenwillig geformt und hat seitlich
    eine kleine Ausstülpung, wie eine große Warze. 
   Wu-san, eine Zelle, inmitten von vielen, vielen, 
  ja unzähligen Zellen - und doch anders als alle -
einzigartig.

                        Wu-san hat nach und nach herausgefunden, dass er nicht 
            so glatt und rund ist, wie viele andere Zellen zu sein scheinen. - 
Im Gegenteil! - Er wird immer kantiger, außen - und immer runder und wohliger, innen. - Schmunzelnd weist er gerne darauf hin, dass ein Diamant erst dann sein volles Feuer entfalten kann, wenn er geschliffen ist und damit Ecken und Kanten hat.
Vielleicht ist er aber auch ein kleiner Sonderling. - Sei's drum!

Im Laufe seines Lebens hat Wu-san immer mehr die eigenen Fähigkeiten entdeckt - und das Wohlgefühl, sie zu leben. Immer mehr hat er Orte, Plätze und Momente des Glücks gefunden und genießt es, ihnen zu begegnen und auch neue zu entdecken - geschenkt zu bekommen. - Immer wieder sagt er: "Das Leben ist eine Entdeckungs-Reise!", lacht dabei verschmitzt und lässt seine Augen blinkern.

Doch Wu-san wusste nicht, was die Liebe ist.
Bei den anderen Zellen sah er, dass diese sich mit Ausstülpungen und Einstülpungen miteinander verbinden konnten. Sie nannten das "andocken". Wu-san dachte dann immer an Weltraumschiffe, die sich begegnen und über eine Verbindung ein "Miteinander" herstellen.

"Andocken" - die anderen konnten das scheinbar - und sagten, das sei Liebe.
Auch wenn er immer wieder Momente des Glücks spürte - er spürte auch eine tiefe Sehnsucht in sich, zu einer anderen Zelle "in Verbindung" zu sein.
Und so näherte sie sich einer anderen Zelle - und auch die war bereit - und sie kuschelten sich enger zusammen. Und es war schön! - Ein gutes Gefühl!
Das ist es also, dachte Wu-san: Liebe!

Nach einiger Zeit kam ein starker Wind auf - er zerrte immer stärker - und schließlich riss er die beiden auseinander. Wu-san war entsetzt vor Schrecken, Angst und dem Gefühl der Einsamkeit.
Doch dann merkte er, dass sie vorher nicht "in Verbindung" gewesen waren, sondern nur eng zusammengerückt, wie zwei ängstliche Kinder, aber nicht "offen schwingend in Verbindung". 

"Dann war das also gar nicht Liebe?" - Und Wu-san erinnerte sich plötzlich, dass das leicht ziehende Gefühl der Sehnsucht zwar während des Beisammenseins in den Hintergrund, aber tatsächlich nie ganz weggegangen war.

"Was ist Liebe ? - Und wie geht das ?" - fragte Wu-san immer wieder.

Und noch mehrmals versuchte Wu-san mit einer anderen Zelle ein "Miteinander-in-Verbindung-sein".
Aber es wurde immer wieder nur ein mehr oder minder enges Zusammenkuscheln. Die kleinen Aus- und Einstülpungen passten nicht richtig. Da half auch kein Drücken und Schieben und Ziehen, der nächste Sturm - oder dann zumindest der nächste Orkan - riss sie wieder auseinander.

Da steht Wu-san nun - nach seiner letzten Katastrophe - und wird sich klar:
"Ein tiefes, inneres Wissen sagt mir, dass ich auf das DU hin angelegt bin! Dass es auch für mich ein DU, Liebe, Miteinander und In-Verbindung-sein gibt! Doch - bevor ich mich nun wieder nach Außen wende, werde ich nach Innen gehen und sehen und hören und spüren (soweit ich das eben
herausfinden kann):       Wer bin ICH ?   und
                                    Wie bin ICH eigentlich ?
          Wie lebe ICH - und wie gestalte ich MEIN Leben ?
          Was sind MEINE Wünsche, Hoffnungen, Sehnsüchte, Träume und
             Möglichkeiten, bezogen auf ein Miteinander-sein mit einem Du ?
Und dann will ich 'das' auch all den anderen Zellen erzählen!" - 

Dabei spürt Wu-san schon ein leichtes Grimmen im Bauch. - Zu all seinen Ecken und Kanten und auch zu seinen runden, weichen und verletzlichen Seiten zu stehen - das Helle und auch das Dunkle sichtbar zu machen - !?

"Ja - ich will es!" sagt Wu-san,
"Denn das bin ICH, so wie ICH jetzt und in diesem Augenblick eben bin!"

So macht er es dann auch. - Und die anderen Zellen hören ihm aufmerksam zu. "Und - " sagt er dann noch, schluckt, zögert kurz, gibt sich einen Ruck - "und - ich habe Sehnsucht nach einem DU, nach einem Miteinander-in-Verbindung- sein, nach einem 'In Liebe und offener Weite miteinander schwingen'!" - 

Als er merkt, dass die anderen ihn verstehen, viele sogar beifällig nicken, fügt er noch hinzu:  "Ich weiß, dass das möglich ist! - ‘Das genau’ will ich leben! - Und soweit ich nicht weiß, wie's geht, will ich’s lernen und probieren und entdecken!"

Und - immer mutiger geworden - ruft er: "Welche Zelle mit einer kleinen Einstülpung, die zu meiner Ausstülpung passt, will's mit mir probieren? - Ich lade euch ein, die ihr Lust und die Bereitschaft habt, euch zu zeigen!"

Viele zeigen sich. - Doch es gibt keine Verbindung.

Wu-san spürt seinen Kummer im Herzen und lässt nachdenklich den Kopf sinken. "Weitermachen - oder nicht ? - - - - -"
Da dringt in seine Gedanken hinein eine leise, weiche Stimme: "Ich kann dich verstehen! - Ich bin Wei-san!"

Zweifelnd und verwundert schaut er auf und sieht neben sich eine Zelle stehen. Sie drängelt nicht, sie drückt nicht. - Sie steht einfach da - nahe - und schaut ihn an. - 
Nach einer Weile fügt Wei-san leise hinzu: "Ich bin auch auf der Suche nach einem DU, nach einem Miteinander-in-Verbindung-sein, nach: ‘In Liebe und offener Weite miteinander schwingen!’ - Ich will ‘mit dir zusammen’ gehen! - Lass uns unsere 'gemeinsame Richtung' finden!"

Schweigend spüren sie die gegenseitige Nähe und Wärme. Sie fühlen sich zueinander hingezogen und lehnen sich gegeneinander, wohlig einander genießend. - Nach langer Zeit, keiner von beiden weiß, wie lange sie schon so stehen, legt Wu-san seinen Arm um Wei-san, zieht sie noch näher und spürt, wie alle Sehnsucht, alle Zweifel und alle Fragen wegschmelzen in einem beglückenden: "Ich ströme dir zu!"

Er spürt auch die gute Angst vor dem Neuen, dem Unfassbaren - und die Bereitschaft, ‘JA’ zu sagen, mit-zu-schwingen mit dem, was da kommen mag.
Er wendet sich zu Wei-san: "Komm! - Lass uns gehen und 'unsere' Richtung herausfinden! - Uns gegenseitig immer mehr kennen-lernen - und entdecken, wie wir unser 'Miteinander ' gestalten wollen!"

Wei san beknabbert zustimmende seine Ohrläppchen. - Und als sie sich nach einiger Zeit wieder voneinander lösen, spüren beide, dass sie miteinander in Verbindung sind. Nicht nur angekuschelt, sondern "in Verbindung".
Versonnen betrachten sie einander. Nach einer Weile beginnen sie zu lachen. Erst noch vereinzelt - und dann immer freier und von Herzen.

Mit einem Mal tritt Stille ein. Sie schauen sich an, das Lachen blitzt nach wie vor in ihren Augen, und dann ist - wie aus einem Munde - zu hören: 
" Schön, dass es dich gibt! "

Dann ziehen sie gemeinsam los. Und das Lachen bleibt ihr Begleiter.

 

Liebe ist auch:
Vertrauen, Wohlwollen und Wohlgefallen
zu mir, zu anderen Menschen
zu allem, was mich umgibt.

Liebe ist auch:
singen - sein - spüren

Liebe ist auch:
tanzen - tönen - taumeln

Liebe ist auch:
lachen und lassen

Liebe ist auch:
Ich sage ja-
zu mir - zu dir - zu uns

 

vorgestellt am 10.11.11   (20.01.09, 05.01.07):  -  Er scheint ein eigenartiger Kauz zu sein, dieser Wu san. Er sucht die Liebe und stellt die Frage: "Was ist Liebe und wie geht Liebe?" Und er findet seine Antwort mit: "In Verbindung sein! - Das innerlich spüren und äußerlich auch leben." - Sind wir nicht alle unterwegs, die Liebe zu verwirklichen? Wie gut gelingt es? Was können wir selbst tun, damit die Liebe wirklich unser Leben durchglüht und wir das auch immer intensiver spüren?

 

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