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Kleine Sammlung 
 

Wie Adam und Eva 
das Rufen entdeckten

 

Adam und Eva sind zwei Menschen unseres Alltages.
Sie lernten sich kennen, weil sie nicht nur auf der Suche nach eigener Lebenserfüllung und damit nach sich selbst, sondern auch nach einem gleichgesinnten Du waren. - So trafen sie sich, verliebten sich ineinander - und dann begann das glückliche Dilemma.

Da ihre je eigenen Wege sowieso etwa ähnliche Grundrichtungen hatten, blieb jeder auf seinem Weg und ging und rastete und machte dort, was er eben gerade wollte. Und hin und wieder trafen sich die Wege - oder auch die beiden, weil einer den anderen suchte.

Das führte immer wieder zu Streitereien und Auseinandersetzungen, weil sie einander kaum erreichten.

Adam suchte auf seine Art nach Eva. Aber er wusste ja nicht, wo sie nun gerade war. Und so suchte er in den verschiedensten Richtungen - und traf sie manchmal, mehr oder minder rein zufällig.

Auch Eva machte es so. Und beide waren über die immer selteneren Treffs zunehmend unglücklich.

Sie probierten auf vielfältige Weise, sich besser zu finden, orientierten sich nach dem Stand der Sonne, erzählten sich auch gegenseitig, was sie alles unternommen und wie sie auf eigenen Irrwegen gelitten hatten. Und dann machten sie weiter, in der Hoffnung, dass es irgendwie schon besser werden würde.

Aber es wurde nicht besser. Im Gegenteil, es wurde schmerzlicher und schlimmer.

Bis eines Tages, Eva und Adam hatten sich wieder mal zufällig getroffen und waren ob ihrer gegenseitigen Bedürftigkeit, mehr zusammen zu sein, mehr einander auch zu erreichen, wieder in einen heftigen Streit geraten, denn Eva meinte, dass Abhilfe nur so erreicht werden könne und Adam meinte ganz anders - und einigen konnten sie sich, wie bisher, eben nicht, da hörten sie von Ferne das Blasen eines Jagdhornes, das Kläffen von Hunden und auch das Rufen von Menschen.

Beide unterbrachen ihren Streit und lauschten.

Beide waren sich einig über die Richtung, aus der die Jagdgeräusche gekommen waren. Auch darüber, dass das wohl nicht all zu weit entfernt sein könne.

Plötzlich kam beiden die gleiche Idee, sie schauten sich lächelnd an und sagten gleichzeitig: "Das könnte auch was für uns sein! Wenn wir uns gegenseitig erreichen wollen, dann können wir ja auch laut rufen. Und gegenseitig das Rufen bestätigen. Und das immer wieder. Dann können wir jeweils die Richtung, wo gerade der andere ist bestimmen und so leichter und besser Wege zueinander finden."

So machten sie es dann auch.

Sie gingen weiter ihre je eigenen Wege, lernten es aber nun, einander immer wieder zu erreichen, wenn es dem einen oder auch dem anderen danach war.

Es war eine ungemeine Hilfe, immer wieder rufen zu können und die Erwiderung des anderen zu hören. "Wo bist du, Eva?" oder auch "Hier bin ich, Adam!" Und dann war es immer noch schwierig genug, durch unwegsames Gelände, Wald, Felsen und Gestrüpp den kürzestmöglichen Weg zueinander zu finden.

Manche versuchten Wege erwiesen sich als Irrwege, weil einfach kein Weiterkommen war. Da taten sich Felsspalten auf oder das Gelände war mit dornigen Ranken oder dichten Büschen verstellt. Da gab es dann nur das Umdrehen und einen neuen Weg zu suchen. Und dann kam es vor, dass es auch da nicht weiterging. Und wieder brauchte es umdrehen und erneut einen anderen Weg finden.

Doch so schwierig die Suche nach dem Weg zueinander war, sie wurde begleitet von dem gegenseitigen Rufen "Hier bin ich!" und der Bestätigung "Und ich bin hier!"

So konnten sie die Richtung erkennen, wo der andere gerade war und ob sie sich näher kamen oder die Entfernung zwischen beiden größer wurde.

Irgendwann waren die Versuche, einander zu treffen, dann immer erfolgreich. Denn es versuchten ja beide, aufeinander zuzugehen. Mal trafen sie sich dann näher beim Weg von Eva und mal näher beim Weg von Adam. Das hing von der Schwierigkeit des Geländes ab, das jeder auf dem Weg zueinander zu bewältigen hatte.

War das Gelände im Bereich von Evas Weg zerklüftet und schwierig, kam sie also in Richtung Adam nur langsam vorwärts, dann konnte es sein, dass Adam schneller vorwärts kam und sie sich dann ganz in der Nähe von Evas Weg trafen.

War jedoch Adams Umfeld schier unüberwindlich und er hatte schwer zu kämpfen, dann war es häufig so, dass Eva den leichteren, wenn auch weiteren Weg zurücklegen konnte und sie trafen sich nahe bei Adams Weg.

Das war für beide so in Ordnung. Und es war schön. Denn sie konnten auf ihren je eigenen Wegen weitergehen und jeder wusste den geliebten anderen Menschen in der Nähe und erreichbar. Es reichte zu rufen: "Hier bin ich! - Und wo bist du?"

Und diese Entwicklung war für beide großartig, aber auch neu.

Denn früher hatten sie sich auch nur an vorgegebene Wege gehalten. Keiner war auf die Idee gekommen, einfach quer durchs Gelände zu gehen.

Und fertige Wege gab es, wenn überhaupt, nur wenige - und wenn, dann führten sie meist in Richtungen, die gerade nicht passend waren und selten auf den anderen zu gingen.

Jetzt konnten sie sich durch das gegenseitige Rufen nicht nur hören, jetzt konnten sie auch sicher durch unwegsames Gelände wandern, eigene Wege suchen, wie sie sich halt gerade ergaben - und es ging aufeinander zu.
Bei solchen Gelegenheiten gab es dann immer wieder ganz neue und wunderbare Entdeckungen von Fleckchen mit Blumen und Moos, von Bäumen, von Heuschrecken oder Vögeln, von hereinfallenden Sonnenstrahlen, die in diesem Augenblick so einzigartig schön und beglückend waren, dass das Herz aufging.
So brachte jeder zum Treffen nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen Schätze mit, die er auf seinem Weg, und dann auch noch auf dem Weg aufeinander zu, eingesammelt hatte.

So wurden die Begegnungen immer reicher und Adam und Eva fanden es schön, so zusammen und auch unterwegs zu sein.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sind sie auch heute noch unterwegs - neugierig, zufrieden und immer wieder beglückt von den kleinen und großen Entdeckungen, die das Leben gerade zu verschenken hat.

 

vorgestellt ab 10.09.11   (20.01.10, 10./20.12.08, 19.11.05, 25.05.06)    Eine eigenartige Geschichte von zweien, die wandern, dabei immer wieder auch auseinander gehen, dann sich wieder finden. So ihre ganz 'eigenen' Möglichkeiten entdecken und damit das Miteinander gestalten. - Was denken Sie dazu / darüber? Wozu regt es Sie an?

 

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