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Kleine Sammlung 
 

Ärger

und Transformation ?

- Krisen, Missverständnisse, Wutreaktionen, Kummer, Streit -

Bereinigendes Gespräch

 

aus einem Briefwechsel:

... Dass die Zwischenfälle passiert sind und danach die Stimmung zerstört war, darin sind wir uns einig. Das habe wir beide ja gespürt. - Mir geht es nur um diese Wirkungen!

Wer da genau was gemacht hat, wer falsch oder richtig gehandelt hat, wer Schuld hatte oder wodurch genau die Stimmung nun im einzelnen zerstört wurde, das genau möchte ich nicht nochmals aufwärmen und auseinander walzen. Das bringt erfahrungsgemäß wenig, außer zusätzlichem Kummer. Eigentlich ist es auch nicht mehr so wichtig. Es ist passiert, was passiert ist.

Was ich dagegen sehr wichtig finde, ist zu rekapitulieren:
"Was war eigentlich im Einzelfall das Anliegen - und wie könnte genau das
        so transportiert werden, dass die Stimmung dann eben nicht zerstört
        wird, sondern weiterhin gut und freundlich bleibt? *)"
Wenn einem von uns aber der Gaul durchgegangen ist, "wie können wir 
        den Konflikt bzw. den Stimmungseinbruch dann schnell 
        wieder bereinigen?"
Mein Anliegen wäre also, aus diesen kummervollen Anlässen heraus gemeinsam (aber jeder für sich!) neue Möglichkeiten zu entwickeln.

Ich sagte es schon, ein Gespräch dazu nur dann, wenn wir beide mit dem Herzen dabei sind! Beide! Und nur dann! 
Wenn wir uns nicht darum kümmern, wird es eben so weitergehen. Das fände ich die schlechteste aller Lösungen.

Unser tägliches Leben gestalten 'wir' - und zwar jeden Tag neu.
Das kann uns niemand abnehmen.
Ich würde das auch gar nicht wollen. Das wäre ja langweilig.

Und wir leben jetzt - und heute!
Und diesen Schatz gilt es, meine ich, zu hüten und zu nähren - und damit unser Miteinander fruchtbar und erfreulich zu gestalten und auszukosten - zumindest solange uns das möglich ist.
Denn keiner weiß, was uns morgen erwartet.

... 

PS: 
Keep it simple, mach es dir einfach - höre ich gerade am Radio. 
Guter Grundsatz!

 

*)  Beispiel:

Situation:
Irmgard und Hans haben zusammen Schach gespielt. Das Spiel wurde von Irmgard verloren. Daraufhin sagte Hans zu ihr: "Du musst mehr angreifen und den Gegner schwächen, wo das möglich ist!"
Irmgard reagierte mit: "Du brauchst mir das jetzt überhaupt nicht zu sagen - und das will ich jetzt auch überhaupt nicht hören (aggressiv). Ich habe mich nämlich recht gut gehalten (beleidigt)."
Ergebnis: Streit, gegeneinander Losgehen, Stimmung im Keller.

Das bereinigende Gespräch:
Wenn beide das vereinbart - und den nötigen Abstand gewonnen haben.
Inhalt darf nur das aktuelle Ereignis sein, das belastend gewirkt hat - nur dieses und sonst nichts (nicht vermischt mit gestern, früher oder damals - nur und ausschließlich ICH-Überlegungen, ICH für MICH)!
 
Das bereinigende Gespräch hat zum Inhalt, dass jeder für sich und das eigene Handeln selbst neue Möglichkeiten entdeckt und ausspricht, zu denen sich dann der Partner äußert, ob es ihm damit gut oder besser oder gleich schlecht (wie gehabt) gehen würde. Ziel ist, in solcher oder ähnlicher Situation, das zu sagen, was gesagt werden will, aber in solcher Art, dass das Miteinander freundlich und fröhlich bleibt.
Das bereinigende Gespräch darf nicht zum Inhalt haben, dass einer dem anderen versucht vorzuschreiben, was er zu sagen oder nicht zu sagen hat.
Es dürfen aber Ideen-Angebote gemacht werden, wenn dies erwünscht ist.

Die Praxis:
Irmgard und Hans haben sich wieder beruhigt und wollen beide diesen Vorfall, der immer noch belastend auf die Stimmung drückt, bereden. Sie haben sich also zu einem bereinigenden Gespräch zusammen gefunden.

 
Hans:
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 

Der Stein des Anstoßes war mein Hinweis: "Du musst mehr angreifen und den Gegner schwächen, wo das möglich ist!"

Was wollte ich damit erreichen? 
Dir etwas Gutes tun, indem ich dich über meine Beobachtung informiere. Was ich nicht bemerkt habe und auch nicht wollte, war, dass ich mit ‘du musst...’ versucht habe, dich zu bevormunden. Das tut mir Leid! Entschuldige bitte! - Außerdem wusste ich nicht, ob du an meinen Beobachtungen in diesem Augenblick überhaupt interessiert warst.

Wie ginge es also besser?
Ich könnte dich z.B. fragen: "Magst du meine Meinung zum Spielverlauf hören?"
Wie würde das auf dich, Irmgard, wirken?

 

Antwort Irmgard:
 
 
 

Super! Jetzt könnte ich dir auch ganz ruhig sagen, dass ich dazu jetzt nicht in der Stimmung bin, sondern jetzt mal erst die Freude darüber, dass ich mich 45 Minuten lang gehalten habe, genießen und auskosten möchte.

 

Du hast also "Du musst mehr angreifen und den Gegner schwächen, wo das möglich ist!" gesagt, obwohl ich das in diesem Augenblick überhaupt nicht hören wollte. Das hat mir die Stimmung versaut.
Meine Reaktion: "Du brauchst mir das jetzt überhaupt nicht zu sagen - und das will ich jetzt auch überhaupt nicht hören!"

Was wollte ich damit erreichen? 
Dir meinen Unmut, ja Ärger über die versuchte Bevormundung (du musst ..) zeigen, auch darüber, dass du mir etwas sagst, was ich jetzt überhaupt nicht hören wollte.
Was ich nicht bemerkt habe und auch nicht wollte, war, dass ich ebenfalls mit ‘du brauchst nicht...’ versucht habe, dich zu bevormunden. Das tut mir auch Leid! Entschuldige bitte! 

Wie ginge es also besser? 
Ich könnte dir z.B. ehrlich sagen, wie mir ist: "Du, mir tut das weh und es ärgert mich auch, dass du mir sagst 'du musst...'. Ich empfinde das als versuchte Bevormundung. Außerdem schmälert deine Meinung über den Spielverlauf meine Freude darüber, dass ich mich so lange halten konnte. - Bitte frag' mich doch künftig vorher, ob ich deine Meinung zu meinem Handeln hören möchte!"
Wie würde das auf dich, Hans, wirken?

 
Antwort
Hans:
Ich wäre zunächst mal wegen der Ernsthaftigkeit der Reaktion erstaunt. Dass das ‘du musst ...’ ein Übergriff ist, ist mir klar, auch wenn es nicht so gemeint war. Das wäre für mich also verständlich und ich würde in künftigen Fällen sicherlich auch daran denken. Für mich wäre das gut so und in Ordnung. Die Stimmung würde unverändert gut bleiben!

 

Eine weitere Idee:
Frage von
Hans:

Irmgard.

Hans:
 
 
 

Irmgard:
 

Antwort
Hans:

Ich hätte da noch eine Idee, wie du vielleicht auch noch hättest reagieren können. Magst du die hören?

Ja, schieß los!

Da kommt also von mir der Hinweis: "Du musst mehr angreifen und den Gegner schwächen, wo das möglich ist!"
Mögliche Antwort im scherzhaft-ernsten Ton: "Das darfst du ruhig mir selbst überlassen!"

Das gefällt mir, diese Antwort kann ich zu meiner machen!
Wie würde das dann auf dich, Hans, wirken?

Gut! Als Scherz mit gewichtigem Inhalt! 
Die Folge wäre herzliches Lachen.

 

Beenden:
Hans:

Irmgard:

Ich danke dir für dieses Gespräch, mein Schatz!

Ich danke dir auch! Da hat jeder für sich wieder interessante neue Möglichkeiten gefunden! Prima!

 

Bemerkung:

Eine verunglückte Situation, die dann Unwohlfühlen, dicke Luft oder eine schlechte Stimmung zur Folge hat, ist wie ein verunglückter Film. Bis zu einem bestimmten Punkt lief alles bestens - und von da an ging's dann bergab. 
Hier ist es ziemlich unwichtig, wer, was, wann verbockt hat. 
Durch das 'bereinigende Gespräch' wird der Film bis zu dem Punkt zurückgespult, wo Handlung und Verlauf noch gut waren - und von da aus durch Ausprobieren verschiedener anderer Handlungs-, Verhaltens- bzw. Gesprächsmöglichkeiten so neu eingespielt (natürlich von jedem selbst und in eigener Zuständigkeit), dass am Schluss ein gutes Gefühl für beide entsteht.
Dann herrscht auch wieder eine gute Stimmung, in der sich beide wohl fühlen.
Der vorherige negative Verlauf wird also gelöscht und mit einem neu gestalteten positiven Verlauf überschrieben. (Das kann auch alleine und nur in der Vorstellung gemacht werden!)

Die so gefundenen 'neuen Möglichkeiten' erweitern das Repertoire und stehen auch in der Zukunft sofort zur Verfügung. 
So geht es leichter - und es muss nicht wieder so weh tun.

 

vorgestellt ab 10.11.09   (21.08.08)    Da gibt es einen Krach, eine schlechte Stimmung, einen  verursachenden Zwischenfall. Es passiert. Ohne böse Absicht. Wie gut und hilfreich ist es doch da, über Klärungsrituale zu verfügen, die schon in guten Zeiten vereinbart und vielleicht auch schon ausprobiert worden sind. Ein "bereinigendes Gespräch" ist auch eine solche Möglichkeit.

siehe auch:    Gespräch u. Missverständnisse       Zutaten  

                     ALLTAG / Aufpassen       ALLTAG / Gewaltfreie Kommunik.       ALLTAG / Krisen 
                     ALLTAG / Missverständn.       ALLTAG / Streit (6)      ALLTAG / Zwiegespräche 

                     MOSAIK / Ärger    MOSAIK / Familie (3) - Film     MOSAIK / Gespräche     MOSAIK / Krisen 
                     MOSAIK / Konflikt-Ritual      MOSAIK / Kummer       MOSAIK / Missverständnisse    
                     MOSAIK / Streit heilen       MOSAIK / Transformation 

  

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